Ich erzähle euch nun von einer Person, die es besonders verdient hat erwähnt zu werden.
Meine Oma
Jeder von euch hat eine Oma, die einen haben sie weil sie einfach da sind und es gibt die, die genau wissen wer ihre Oma ist. Ich weiß es, und ich weiß dass sie für mich einer der wichtigsten Menschen ist.
Von klein auf wuchs ich quasi bei ihr auf, meine Eltern lebten mit meiner Oma in einem Haus. Als ich geboren wurde, hatten meine Eltern noch eine Pizzeria und somit wenig Zeit für mich... aber ich will vorweg nehmen, dass dies auf keinsder Weise schlimm war oder zu Nachteil meiner Entwicklung fiel. Nein, ich wollte damit sagen dass ich in meiner Oma durchaus auch meine Mama sah.
Tagtäglich war ich bei ihr, habe bis ins Jugendalter alles mit meiner Oma besprochen sie hatte einfach immer ein offenes Ohr für mich - IMMER. Ich liebte sie einfach so wie sie ist...
Sie war immer für mich da... oft, wenn ich einsam war schlich ich mich in Oma`s Wohnung oben drüber und versteckte mich in Ihrem Bett; und als sie dann schlafen ging legte sie sich neben mich,einfach so.
Meine Oma ist so eine Person, die man einfach gern haben muss. So ein Engel den Gott einem schickte.
Oma machte alles für die Familie, sie kochte, backte, sie machte meine Wäsche...fuhr einfach so in die Stadt wann sie wollte - sie ist einfach so lebendig, so frisch so junggeblieben...
Es war der 01.08.2009, der Tag der alles veränderte. An diesem Morgen, mähte Mama noch den Rasen im Garten und Oma half ihr das Gras zusammen zu machen.... später ging sie noch auf die Bank, ihr Geld holen.
Doch an diesem Nachmittag bekam Oma einen Schlaganfall.
Sie lag da, auf ihrem Sofa und weinte...sie spürte was geschehen ist und ich kniete nur daneben und hielt ihre Hand. Sie weinte, weil sie Angst hatte - Angst vor dem, was nun kommen mag.
Sie sagte, sie spüre Ameisen krabbeln... der Notarzt kam. Verdacht auf Schlaganfall war die Diagnose.
Oma wollte nicht ins Krankenhaus, sie flehte mich an ... ich war zu schwach um gegen sie zu sprechen und erfüllte ihr den Wunsch. Den Wunsch, der ihr hinterher fast das Leben gekostet hätte.
In der Nacht verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch, als sie dann noch aus ihrem Bett fiel und nicht mehr hoch konnte und wir sie so am Boden liegend am Morgen auffanden, dann erst wurde mir klar was ich getan hatte. Innerhalb Minuten kam der Rettungwagen und Oma wurde ins Krankenhaus gebracht...
Wir fuhren sofort hinterher, ich wollte sie in diesem Moment nicht alleine lassen, ich war bei ihr. Ich hielt ihre Hand und sie wusste ich bin da und bleibe da.
Als ich an diesem Abend ging es war ein Sonntag, sagten die Ärzte sie hatte nocheinmal Glück gehabt, alles weitestgehend ohne bleibende Schäden aber sie muss ab sofort langsam machen...
okay das machen wir - von nun an werde ich auf sie aufpassen.
Der Schock saß immernoch tief, Montags auf der Arbeit konnte ich mich kaum konzentrieren und musste immer an Oma denken wie sie denn jetzt so allein im Krankenhaus lag. Ich machte frühzeitig Feierabend um sie zu besuchen. Aber als ich in ihrem Zimmer ankam, war sie nicht mehr die, die ich am Abend zuvor verabschiedet hatte. Oma erlitt in der Nacht einen 2. stärkeren Schlaganfall... ihre linke Seite war komplett gelähmt, die Sprache weg, die Gedanken, die Erinnerungen...Weg einfach weg. Ich ließ mich auf den Boden fallen und schrie, ich schrie weil es mir danach war. Wo ist meine Oma hin, warum musste das passieren. Oma lag da und weinte, weinte und weinte. Ich strich ihr über die Wangen und sagte ihr immer und immer wieder dass ich sie liebte egal wie das jetzt ausgehen würde. Ich bin da... die Tage danach waren hart, ich nahm mir jeden Mittag frei um zu ihr zu fahren. Ich musste bei ihr sein... ich erzählte ihr Geschichten, laß ihr vor oder war einfach nur für sie da.
Würde es noch einmal so werden wie früher? Bleibt sie jetzt schwerbehindert? Wo ist Oma?
Tag für Tag stellte ich mir die selben Fragen, warum es sie noch einmal treffen musste...warum nocheinmal so hart? Reichte es ihr denn nicht, ihr beim 1. Mal einfach nur Angst einzujagen und zu vermitteln - es reicht jetzt, mach langsam? Ich verstand es nicht...
Ich hatte Angst sie zu verlieren, jeden Abend betete ich zu Gott er soll mir meine Oma lassen, ich brauche sie doch so sehr... Angst war mein ständiger Begleiter.
Nach 2 Wochen Krankenhaus folgten 4,5 Wochen Reha... Oma wollte leben, Oma wollte stark sein und wollte wieder sprechen und laufen können. 3mal in der Woche fuhr ich 100 km hin und zurück um sie zu besuchen. Ich übte mit ihr lesen und sprechen. Die Therapeuten waren klasse... Nach den Wochen Reha konnte Oma lernen am Rollator zu laufen.
Die ersten Wochen zu Hause waren sehr anstrengend und gingen sehr an die Substanz. Oma ist jetzt Pflegestufe 2 und wir mussten uns mit der Pflege abwechseln. Mama und ich.... sozusagen war es ein Volltime-Job zum normalen Job. Waschen, Toilette gehen, Tabletten richten, Insulin spritzen, kochen und und und.... aber wir haben es geschafft.
Ohne Omas eisernen Willen, wäre sie heute nicht da wo sie jetzt ist. Meine Oma lebt!
Heute, nach fast 3 Jahren geht es Oma immer besser. Das Sprechen ist wieder vollkommen da und auch die Erinnerungen. Das Laufen klappt dank Rollator auch immer besser ...
Wir müssen jetzt nur immer alles kontrollieren Blutdruck, Zucker und und.
Danke lieber Gott für Oma`s 2. Chance!
In liebe *liebenswert*
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