Glaubt ihr an Wunder? Damals glaubte ich, es gäbe sie...
Ich hoffte oft auf sie, nur leider kamen sie nicht zu mir.
Ich habe ihn sehr geliebt und ich glaube ganz tief in meinem Herzen liebe ich ihn immernoch, nur heute irgendwie anders. Er ist so fern und doch so nah ...
Mein Papa war immer mein Ein und Alles - mein Papa eben. Ich war ihm so ähnlich - vielleicht bin ich es immernoch. Ich wollte immer so sein wie er ... in meinen Kinderaugen waren wir die Familie, eine Familie der niemand etwas anhaben konnte, eine Familie die immer füreinander da ist - immer.
Für immer dachte ich - bis ich im November 2006 den Boden unter den Füßen weggerissen bekam.
Er ging ... er ging von unserer Familie um ein neues Leben zu beginnen.
Ein Leben ohne uns, ohne seine Familie aber dafür mit einer neuen Frau.
Warum?
Dieser Moment hat mein Leben verändert, nicht`s war mehr so wie es einmal war. Ich habe mit niemanden jemals darüber geredet - war das richtig? Oder habe ich mich damit selbst kaputt gemacht?
Er ging wirklich - und das war der Beginn eines anderen Lebens für mich.
Ich schrieb schon damals all meine Gedanken lieber auf, als mit jemandem darüber zu reden. Viel zu groß war die Angst nicht verstanden oder ja, sogar ausgelacht zu werden. Ich hatte sogar Angst davor zu einer Psychologin zu gehen. Ich hatte ab da einfach nur Angst. Angst, nicht mehr die zu sein die ich war.
Ich liebte meine kleine Welt vor diesem einen Moment, es war alles wundervoll. Ich liebte meine Menschen, ich hatte wunderbare Eltern, tolle Geschwister und die beste Oma die es jemals gab!
Und ich hatte damals einen Freund (der heute mein Mann ist), den niemand auf dieser Welt ersetzten konnte - denn er war einfach nur da. Auch wenn ich mit ihm nicht über meine Gefühle sprechen konnte, wusste ich er nimmt mich einfach nur in den Arm wenn ich es brauche, er küsst mir meine Tränen weg...
... ich dachte, ich schaffe es nicht mehr - Nein, anders:
Ich dachte, ich möchte so nicht mehr weiter leben.
Ganz ehrlich, ich glaube ich hatte Depressionen - hatte? vielleicht habe ich sie noch...
Die Tage vergingen, Papa wohnte noch bei uns...unser Verhältnis war kalt. Keine Liebe, keine Vertrautheit so wie früher. Ich wusste nicht was ich mit ihm reden sollte, ich hatte Angst, Angst vor einem falschen Satz... bis Februar 2007, dann zog er aus.
Keiner wusste wohin. Er ging einfach - er ging, ohne ein Wort. Ohne ein einziges Wort !
Nach langer, intensiver Suche bekam ich heraus wo er wohnte, und ich fuhr öfters einmal dort vorbei - einfach so. Es tat mir gut, es tat gut diese Nähe zu spüren.
2007 heiratete ich, es war ein hin u her ob ich Papa an meinem Tag teilhaben lassen möchte - den bis dahin hatten wir fast keinen Kontakt mehr. Es brach mir das Herz...
Die Hochzeit kam und Papa war dabei...es war schön, doch anders als es hätte sein können. Leider.
Ich wünschte mir als kleines Kind, wie eine Prinzessin von seinem Vater an den Altar geführt zu werden - diesen Wunsch konnte ich mir selbst nicht erfüllen, ich schaffte es einfach seelisch nicht.
Diese wundervolle Aufgabe übernahm mein großer Bruder... und er machte es toll, ich liebe dich mein großer Bruder <3
Meine Hochzeit war vorbei und der Kontakt zu ihm brach komplett ab - es waren Schmerzen, sehr starke Schmerzen... es war eine Höllenzeit, den ich liebte Papa trotz all den Schmerzen die er mir zufügte,weil er einfach ging.
Er ging - ohne ein Wort...
Ich drücke Dich ganz fest <3
AntwortenLöschendeine Lia