Samstag, 31. März 2012

*Fern*

Kennt ihr das, ihr steht jemandem gegenüber und seid ihm quasi ganz nah - und doch so fern; ihr wisst weder was ihr mit dieser Person sprechen sollt, noch wisst ihr wer jetzt eigentlich diese Person wirklich ist.

So ging es mir, als ich nach 3,5 Jahren meinen Vater das 
1. Mal wieder sah...

In diesen langen Jahren verging kein Tag, keine Sekunde wo ich nicht an meinen Vater dachte. Was macht er, wie geht es ihm, wo wohnt er jetzt, was macht seine Gesundheit, wie lebt er jetzt, lebt er jetzt besser? Es war furchtbar, es zerrte an meinen Nerven. Immer wenn ich an ihn dachte, musste ich weinen und ich weinte bitterlich nur weinte ich heimlich. Ich weinte deshalb heimlich, weil ich dachte dass mich niemand versteht. Ich weinte wenn ich allein war, oder ich weinte nachts im Bett... es tat so weh. 
Ich dachte an ihn, und das einzig gute, nein das einzig wunderbare das aus dieser ganzen scheiß Situation entstanden ist war, ein inniges ganz ganz festes wundervolles Verhältnis zu meiner Mama. Seit dieser Sache sind wir eins, Papa hat uns somit verbunden....wie ein Ring ohne Anfang und ohne Ende. Und dafür liebe ich ihn...ich liebe ihn, dass er mich und Mama vereint hat. 

Es war im letzten Sommer, ich war die ersten Wochen im Mutterschutz und irgendwie fuhren meine Hormone Achterbahn. Ich hatte so ein inneres Bedürfnis meinen Vater zu sehen, ihn zu fühlen, ihn zu riechen... Und so vergingen Tage, Wochen bis ich mir im klaren wurde was ich möchte und was ich denke, für mich das richtige zu sein. Ich hatte/habe eine großartige Freundin, die mich immer wieder dazu ermutigte es zu tun, sie sagte mir immer wieder.... es ist und bleibt dein Vater, egal was war oder ist. Ich musste oft darüber nachdenken, er hat uns wirklich sehr verletzt - es würde den Rahmen sprengen, wenn ich all das schreiben würde. Sie sagte immer, ich weiß dass du ihn liebst und du weißt es auch - gib deinem Herzen einen Ruck und tu es. Sie selbst weiß, wie schnell man seine Eltern verliert und hinterher denkt man sich vielleicht...hätte ich ihm noch dies oder jenes gesagt. 
Erst starb ihre Mama und Jahre später ihr Papa, auf tragische Art... und dies machte mich nachdenklich.

So beschloss ich eines Tages, meinem Herzen einen Ruck zu geben und ihm zu schreiben. Ich schrieb ihm das, was ich in diesem Moment gerade fühlte. Und es kam der Tag, als mein Telefon klingelte und das Display einzeigte: PAPA ruft an... 
Klingt es jetzt komisch, wenn ich sage ich traute mich nicht ran zu gehen? Es war so, ich hatte Angst.
Ich hatte Angst diese vertraute Stimme zu hören...ich hatte Angst vor dem was kommt.

Nach 3 Anrufen und vielen Tränen später ging ich ran und ich hörte seine Stimme...
Es war so, als hätte ich seine Stimme nie verloren, sie war da so nah so vertraut - mein Papa.

4 Wochen später war es soweit, er kam um mich zu besuchen.... und ich kam ihm mit meinem dicken Bauch entgegen. Und als wir uns das 1. Mal wiedersahen, sagte keiner etwas...nur unsere Tränen sprachen die selbe Sprache...

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